KleinhändlerInnen in Mitchells Plain: Verhaftungen von CHATA

6 05 2010

(Translation of the following Press Release)

Am Samstag, 24.4.2010, wurde ein Mitglied von CHATA am Markt verhaftet und ihre Waren konfisziert. Vor dieser Verhaftung hat die Verwaltung von Kapstadt keine Beschlagnahme- oder Räumungsanordnung präsentiert. Weiters hat die Frau auf einem privaten Grundstück Handel getrieben und daher gab es keine rechtliche Grundlage für die Stadtverwaltung, ihre Waren zu beschlagnahmen. Es muss mehr Druck auf die Verwaltung von Kapstadt und die südafrikanische Regierung ausgeübt werden wegen der Massenaktionen, die im ganzen Land gegen informelle HändlerInnen stattfinden. Täglich werden Waren gestohlen und die Regierung verteidigt das noch, indem sie behauptet, sie habe das Recht, alles zu konfiszieren, was ihrer Meinung nach nicht in der richtigen Art verkauft wird. Dagegen müssen auch rechtliche Schritte unternommen werden.

Darüberhinaus antwortet CHATA auf einen Brief, der in der Mitchells Plain Town Center Merchants Association (MPTCMA) kursiert und CHATA wegen ihres Kampfes für die Armen diskreditiert. Vorsitzender der MPTCMA ist Dr. MC Roomaney, Tel. 021 392 8130.

CHATA geht vor allem auf Angriffe und Behauptungen in diesem Brief ein. Die MPTCMA schrieb „wir haben diese Leute entlarvt, weil sie“ sich beim Arbeitskreis mit dem Bürgermeister am 18. November 2009 als „egoistische, gierige und quertreiberische Opportunisten gezeigt haben“.

Mischka Cassiem, ein Vertreter von CHATA, hat diesen Arbeitskreis besucht und geantwortet, dass:

1) Der Bürgermeister gerade mal 10 Minuten Zeit für uns hatte

2) CHATA in diesem Arbeitskreis hervorgehoben hat, dass es am 8. Mai 2009 einen „Misstrauensantrag“ gegen diese Körperschaft (Arbeitskreis) gegeben hat, der nicht zur Kenntnis genommen wurde, es ist einfach nichts geschehen.

3) CHATA hat auch die Tatsache hervorgehoben, dass die Körperschaft die Entscheidung zur Fortführung der Neugestaltung und Neuverteilung (des Marktes) überdenken soll, denn an ihr hängt die Existenz der HändlerInnen. Es muss zur Kenntnis genommen werden, dass während dieses Prozesses viele Leute keine Arbeit und kein Einkommen haben werden – ein kritischer Punkt, der in irgendeiner Weise positiv bearbeitet werden muss.

In dem Brief steht, dass die Bedenken von CHATA bloß von einigen HändlerInnen kommen. Wenn CHATA die Minderheit ist, warum wird ihr Kampf dann im MPTCMA-Brief überhaupt erwähnt? CHATA konnte die Aufmerksamkeit auf legitime Interessen, die gegen den Erneuerungsprozess gerichtet sind, lenken. Diese Bedenken waren konstruktiv und nicht voller „bösartiger Lügen“. Die MPTCMA hat in ihrem Brief geschrieben, dass „unlängst eine neue informelle HändlerInnenvereinigung, CHATA, gegründet wurde. Bisher war ihr vorrangiges Ziel, die Entscheidung des Vorstands zu sabotieren. Sie hat keinen konstruktiven Vorschlag dazu gemacht, wie der Prozess weiterzutreiben ist.“ CHATA möchte darauf folgendermaßen antworten:

1) CHATA ist kein unlängst gegründeter Zusammenschluss von HändlerInnen und fliegenden HändlerInnen. CHATA ist seit zweieinhalb Jahren ein konstruktiver Zusammenschluss, der daran arbeitet, Standards von Transparenz beim täglichen Entscheidungsfindungsprozess in der Innenstadt zu gewährleisten.

2) CHATA hat während des gesamten Erneuerungsprozesses eine Anzahl konstruktiver Vorschläge gemacht. Sie hat sich mit Mitgliedern anderer HändlerInnenorganisationen getroffen, mit VertreterInnen der Stadtveraltung und des Marktes, um zu versuchen, den Prozess in einer Weise weiterzutreiben, die allen HändlerInnen der Innenstadt gerecht wird und die Transparenz gewährleistet. Ihre vorrangige Sorge war die Existenzgrundlage, die in diesem Prozess verloren ginge, die die Menschen jeglicher Möglichkeit berauben würde, ein Einkommen zu erzielen und ihre Familien ernähren zu können.

3) CHATAs vorrangiges Ziel war nicht Sabotage. Warum hat die MPTCMA in ihrem Brief CHATA ins Visier genommen und angegriffen, nachdem sie fälschlicherweise CHATA genau deswegen kritisiert hat?

Dr. Roomaney arbeitet auch im Vorstand und möchte die Stadtmitte zusammen mit Herrn K. Brinkhuis, dem Vorstand der Körperschaft, mieten. Beide sind sie formelle Geschäftsleute und deshalb im Widerspruch zu den städtischen Gesetzen. Die Motivation ihrer Zusammenarbeit muss hinterfragt werden, denn sie arbeiten daran, das Land zu erwerben und Hauptaktionäre der Shopping Mall im Stadtzentrum zu werden. Es ist nun klar geworden, dass CHATA zum Hauptangeklagten wegen der Räumungen von HändlerInnen werden soll.

Im Brief steht auch, dass die HändlerInnen am 8. März 2010 ihre neuen Hallen bezogen hätten. Das ist eine himmelschreiende Lüge. An diesem Tag wurden die Waren beschlagnahmt, die Stände zerstört, die HändlerInnen haben nichts wiederaufgebaut, es fanden nur Räumungen statt. In diesem Brief finden sich eine Menge Lügen, die als solche anerkannt werden müssen, ehe irgendwelche weiteren Schritte in der Entwicklung des Stadtzentrums stattfinden können. Anstatt damit fortzufahren, bestimmte Vereinigungen von HändlerInnen anzugreifen, die sich um die Rechte von Menschen kümmern, die von den Räumungen am 8. März betroffen waren, sollte die MPTCMA daran arbeiten, die HändlerInnen in einer Zeit der Kämpfe zu vereinen. Die Taktik der Regierung, die Menschen zu spalten zu so zu beherrschen, sollte nicht von einer Vereinigung weitergeführt werden, die von sich behauptet, die Spaltung zwischen informellen und formellen HändlerInnen in Mitchells Plain zu überbrücken.

Die Angriffe und Kritiken in diesem Brief werden den Geist von CHATA jedenfalls nicht brechen, der Kampf geht weiter, CHATA-Mitglieder waren auch nach den Räumungen im Stadtzentrum anwesend, um zu protestieren. CHATA hat auch, am 12. und am 15. April 2010, das Büro der Stadträtin Natalie Bent aufgesucht und auf die Korruption in diesem Prozess hingewiesen. Stadträtin Brent antwortete darauf, indem sie sagte, sie werde diesen Punkt dem Bürgermeister vortragen. CHATA wird weiterhin für die Rechte derjenigen kämpfen, die allen HändlerInnen zustehen, die arbeiten, um ihre Existenz zu sichern, aber in diesem Prozess marginalisiert wurden.

Weitere Informationen: Mischka Cassiem, 0745257336

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